„Weitsicht bewiesen“

|   Werne

Eine nicht alltägliche Auszeichnung erhielt jetzt das Solebad: der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen würdigte die barrierefreie Gestaltung.

Thomas Zander, Geschäftsführer des VdK-Landesverbands, überreichte am Montag im Beisein von Vertretern des Behindertenbeirats und des VdK-Ortsverbands Urkunde und Bronzetafel an Bürgermeister Lothar Christ und Bad-Geschäftsführer Frank Gründken.
„Eine solche Auszeichnung vergeben wir höchstens für vier bis fünf öffentliche Gebäude pro Jahr“, sagte Thomas Zander. Mit der Entscheidung zugunsten einer barrierefreien Bauweise habe die Stadt Werne „Mut und Weitsicht“ bewiesen, sagte der Landes-Geschäftsführer. Die Mehrkosten für die Barrierefreiheit rechneten sich vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft, die eine Zunahme an Menschen mit körperlichen Einschränkungen bedeute. Thomas Zander lobte vor allem die Entscheidung, alles auf einer Ebene zu bauen. „Die Badegäste können ohne Stufen und Schwellen vom Parkplatz bis zum Außenbereich gelangen“, hob Thomas Zander hervor. Dabei habe die Stadt nicht allein an Menschen mit einer Einschränkung der Mobilität, sondern auch an Menschen mit einer Sinnesbehinderung gedacht. Thomas Zander wies exemplarisch auf das taktile Leitsystem, deutliche Hell-Dunkel-Kontraste und Beschriftungen in Brailleschrift hin. „Sie haben im besten Sinn nachhaltig gebaut“, sagte Thomas Zander, „wir wünschen uns, dass Ihr Vorgehen beim Solebad Nachahmer findet“.
Die Verwirklichung der Barrierefreiheit sei allein durch die Entscheidung für einen Bad-Neubau möglich geworden, unterstrich Bürgermeister Lothar Christ: „Mit der Sanierung eines Bestandsgebäudes können Sie einen solchen Grad an Barrierefreiheit nicht erreichen“. Der Verwaltungschef bedankte sich insbesondere beim Bauteam um den Architekten Heinrich Brinkhus und den Mitgliedern des Behindertenbeirats, die von Beginn an in die Planungen involviert waren. „Wir haben oft um Details gerungen, aber es war immer ein konstruktiver Dialog“, schloss sich Frank Gründken dem Dank an. Die Umsetzung der Barrierefreiheit komme aber nicht allein Menschen mit einer Behinderung zugute. „Automatiktüren beispielsweise werden gern auch vom Familienvater mit einem Kind auf dem Arm genutzt“, sagte der Bad-Geschäftsführer.
Die Bronzetafel wird ihren Platz im Eingangsbereich des Bades bekommen. thw

« Zurück zur Übersicht
Ein Angebot von