Tiere ergreifen die Initiative

|   Werne

„Wenn ich nicht so blond wäre, könnte ich mich schwarz ärgern“, sagt Löwe Alois immer wieder - schwarz ärgern über die Menschen, die den Erdball zugrunde richten und keine Lösung für die Probleme finden. Also ergreifen die Tiere selbst die Initiative.

Parallel zur Zusammenkunft der Menschen berufen sie „Die Konferenz der Tiere“ ein - das gleichnamige Stück von Erich Kästner feierte am Sonntag vor nahezu ausverkauften Rängen Premiere in der Freilichtbühne. „Wo Menschen das Sagen haben, regieren nur Krieg, Not und Unvernunft“, sagen Elefant Oskar (Maximilian Falkenberg), Giraffe Leopoldine (Laura Schriewersmann) und Löwe Alois. Grund genug, nunmehr selbst tätig zu werden. „Es muss doch anders werden - allein schon der Kinder wegen“, betont Oskar. Die Menschen können über die Lösung der Probleme keine Einigkeit erzielen. Einig sind sie sich allenfalls darin, dass die Tiere sich nicht einmischen sollen. Der selbstgefällige General Zornmüller - „Wir Soldaten tun immer das Richtige“ - symbolisiert deutlich die uneinigen „schrecklichen Erwachsenen“. Die Tiere greifen zu einer List. Sie vernichten die Akten der Menschen, was keinen Erfolg hat - die Menschen haben Kopien. Alsdann fressen Schwärme von Motten die Uniformen der Menschen auf - „ohne Uniform sind manche Menschen gar nicht so schlimm“ - aber die Menschen verfügen über Ersatz. Nun hilft allein eine drastische Maßnahme. Die Tiere „entführen“ die Menschenkinder, die sie natürlich bestens behandeln. Erst jetzt merken die Menschen, wie leer die Welt ohne Kinder ist und sind bereit, Verträge über Maßnahmen zum Wohl der Kinder und der Tiere - mithin für das Wohl ganzen Erde - zu unterzeichnen. Schließlich wird es höchste Eisenbahn: ein Eisberg zeigt beispielsweise aufgrund des Klimawandels schon große Löcher.
Bunte, fantasievolle Kostüme und vor allem viel Gesang prägten die Inszenierung von Sarah-Jane Jücker und Sabine Ibrahim, die damit einen erfolgreichen Start in die Jubiläumssaison hinlegten - die Bühne wird wie berichtet in diesem Jahr 60. Ein Start, den die Besucher am Ende mit lang anhaltendem Applaus belohnten. Nächste Gelegenheit, das Stück zu sehen, ist an diesem Sonntag ab 16 Uhr. Am 16. Juni hebt sich dann erstmals der Vorhang für „Die Schatzinsel“. thw

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