Thema Tod und Trauer

|   Werne

Knapp drei Jahre ist es her, dass Julia Kopper, Religionslehrerin am Christophorus-Gymnasium, die Idee zu einem Projekttag zum Thema Tod und Trauer hatte. Dass sich daraus eine Arbeitsgruppe entwickeln würde, das war damals nicht abzusehen.

So viele Schüler waren es gar nicht, die seinerzeit teilnehmen konnten - doch deren Interesse war so enorm, dass der Schritt zu einer Arbeitsgruppe nicht mehr allzu groß war. 14- bis 18-jährige Schüler befassen sich seither mit Tod und Trauer - nicht abstrakt, sondern ganz konkret. Denn begleitet vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst (AKHD) Lünen lernen sie zugleich dessen Arbeit kennen.
„Die Beschäftigung mit Tod und Trauer bereichert die Jugendlichen, macht sie aufgeschlossener und gibt ihnen auch die Möglichkeit, über das eigene Leben nachzudenken“, erläutert Schulseelsorger Andreas Dahlmann. Sind 14-Jährige dafür nicht zu jung? „Keineswegs“, unterstreicht Julia Kopper, „es ist falsch zu glauben, dass Jugendliche in dem Alter noch keine Berührung mit dem Thema haben. Sei es durch Todesfälle in der eigenen Familie, im Bekannten- und Freundeskreis oder auch beim Sterben eines Haustieres. Und schließlich ist das Thema Tod ja auch durch die Medien präsent“. „Kinder und Jugendliche gehen offen und unbefangen mit dem Thema um“, bestätigt auch Kornelia Weber, Bildungsreferentin beim Deutschen Kinderhospizverein. Teilweise hätten Kinder aber wenig Gelegenheit, über ihre Trauer zu sprechen.
Rund zehn Schüler gehören der Arbeitsgruppe an; einige sind von Anfang an dabei. Gemeinsam haben die Teilnehmer der AG das Kinder- und Jugendhospiz in Olpe besichtigt, haben Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern besucht, Kuchen gebacken, um so Spenden für die Hospizarbeit zu sammeln und anderes mehr. Geplant sind unter anderem Besuche bei einem Bestatter und in einem Krematorium. Was die Gruppe unternimmt, entscheidet sie selbst. „Die AG lebt von den Ideen der Schüler“, sagt Julia Kopper, die die AG gemeinsam mit dem Schulseelsorger und der Lehrerin Lisa Bühner betreut. Zusätzlich begleitet Sandra Garnhartner, ehrenamtliche Begleiterin im Hospizdienst, die AG.
Anlässlich des Tags der Kinderhospizarbeit am 10. Februar wollen die Schüler in der kommenden Woche Achtklässlern die Arbeit des Kinder- und Jugendhospizdienstes näher bringen und ihnen mit dem Film „Ente, Tod und Tulpe“ Impulse für die Beschäftigung mit dem Thema Tod geben.thw

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