Ruhestand gemeinsam gestalten

|   Werne

Dass Menschen den Ruhestand und den Weg dort hin gemeinsam gestalten, ist kurz gesagt das Ziel der ZWAR-Netzwerke, die es seit rund vier Jahrzehnten gibt. In Kooperation mit dem Caritasverband Lünen-Selm-Werne will die Stadtverwaltung jetzt auch in Werne ein solches Netzwerk installieren.

„Wir bringen Menschen zusammen, die derzeit noch gar nicht wissen, dass sie gemeinsame Interessen haben“, sagte Dezernent Frank Gründken, als er jetzt gemeinsam mit BEN-Koordinator Jochen Höinghaus und Caritas-Bereichsleiter Henrik Nagel-Fellerhoff das Vorhaben erläuterte. In Werne richtet sich ZWAR - das Kürzel steht für „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ - an Menschen zwischen 60 und 65 Jahren; das sind hier etwa 3.500 Personen. „Selbstverständlich ist auch willkommen, wer ein wenig älter oder jünger ist“, erklärt Jochen Höinghaus.
„Viele Menschen fragen sich, was nach dem Eintritt in den Ruhestand kommt“, sagt Frank Gründken, „gemeinsam können die ‚ZWAR‘ler‘ Ideen für diese Zeit entwickeln und umsetzen“. Dabei kann es um Freizeitaktivitäten gehen, um Vorträge zu bestimmten Themen oder auch um die Möglichkeit ehrenamtlichen Engagements. Die Inhalte werden bestimmt von den Personen und deren Interessen. ZWAR-Netzwerke sind selbstorganisiert und werden getragen vom Engagement und der Eigenverantwortung der Teilnehmer - niederschwellig, ohne formale Strukturen oder Hierarchien.
„Die Teilnehmer der Netzwerke verbindet die Übergangssituation nach dem Ende der Arbeitszeit mit neu gewonnener freier Zeit, mit dem Bedürfnis nach Neu-orientierung und der Suche nach neuen sozialen Kontakten und erfüllenden Tätigkeiten“, erläutert Jochen Höinghaus. So wirke das ZWAR-Projekt auch einer Vereinsamung im Alter entgegen. Darüber hinaus trügen die Netzwerke zur Verbesserung der Lebensqualität in den Kommunen bei. „Und sie schaffen und beleben nachbarschaftliche Kommunikationsstrukturen durch gegenseitige Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen und durch gegenseitige Motivation und Anregung zu Aktivitäten und Projekten“, ergänzt Jochen Höinghaus. Im ersten Jahr wird das neu gegründete Netzwerk in Werne von der ZWAR-Zentralstelle NRW dabei begleitet.
Das weitere Procedere: am Mittwoch (30. Januar) treffen sich um 18 Uhr in der Cafeteria des Stadthauses sogenannte Multiplikatoren, um das Projekt kennen zu lernen und erste Ideen zu entwickeln. Solche Multiplikatoren - das können beispielsweise Vertreter von Kirchen, kulturellen Einrichtungen oder auch aus der Seniorenvertretung sein. Schließlich soll das Projekt in bestehende Strukturen eingebunden werden. Für den 13. März ist die Gründungsversammlung anberaumt. Die Hoffnung ist, dass dann möglichst viele der bis dahin angeschriebenen in Frage kommenden Menschen der Einladung zur Gründungsveranstaltung folgen. Dass das Netzwerk auch in Werne auf Resonanz stößt, davon sind die Initiatoren überzeugt - zumal es positive Berichte von ZWAR-Netzwerken aus anderen Kommunen gibt. „Ich bin sicher, das wird eine runde Sache“, sagt Jochen Höinghaus. thw

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