Musik und Kleinkunst abseits bekannter Pfade

|   Werne

Das kulturelle Leben in Werne zu bereichern - das hatte eine Handvoll Menschen im Sinn, die im April 2009 den Kleinkunst- und Kulturverein FözK aus der Taufe hob. Längst ist der Verein fester Bestandteil der Werner Kulturszene geworden.

Musik und Kleinkunst abseits festgefahrener und allzu bekannter Pfade - damit hat sich FlözK schnell sein Publikum erobert. „Wir haben uns bewusst auf Nischen konzentriert, auf das, was man nicht überall sieht und hört“, erläutern Harald Pieper und Roland Sperlich vom Vorstand. Und genau das kommt an. „Unser Publikum ist aufgeschlossen; es kommt hierher, um Neues kennen zu lernen“, sagt Roland Sperlich. So sind die Räume an der Flöz-Zollverein-Straße schnell zu einem Treffpunkt, zu einem Ort der Begegnung geworden. „Hier ist ein Ort, wo Künstler und Publikum zusammenwachsen; wo gemeinsam Kultur erlebt wird“, unterstreicht Harald Pieper. Bis zu 100 Besuchern bietet der Veranstaltungsraum Platz - eine Zahl, von der die Gründungsväter kaum zu träumen gewagt hätten. „Die Anfänge waren nicht immer leicht, aber es lief“, erinnert sich Roland Sperlich. Zum ersten Konzert in der Reihe „Club Montreux“ waren gerade mal ein Dutzend Besucher erschienen; beim nächsten waren es bereits 50. Heute liegt der Durchschnitt bei 70 bis 100 Besuchern, sagt Harald Pieper. Und er ergänzt: „Unser Publikum ist nicht nur aufgeschlossen, sondern auch in anderer Hinsicht erstklassig. Wir haben hier beispielsweise noch nie einen Sicherheitsdienst benötigt“.
Neben Lesungen und Kinoabenden blickt FlözK nach der ersten Dekade auf 38 Kleinkunst- und Kabarettabende zurück - und auf 128 Konzerte. Die Bands kommen aus allen Teilen des Globus‘ - und auch sie schätzen die Atmosphäre im FlözK. An welche Highlights denkt man nach zehn Jahren zuerst? „Vielleicht an den Auftritt der Band ‚Déirin Dé‘. Für die war 2013 ein Konzerttermin in Herne geplatzt. Innerhalb weniger Tage haben wir das Konzert auf die Beine gestellt und auch Werbung dafür gemacht. Und das Haus war voll“, erinnert sich Roland Sperlich schmunzelnd. Nicht vergessen wird das FlözK-Team auch den Auftritt der Band „Tannahill Weavers“. Das Fahrzeug der schottischen Gruppe verweigerte nach einem kapitalen Motorschaden die Weiterfahrt. „Bis lange nach ihrem Auftritt hier wussten die Musiker nicht, wie sie zu ihrem nächsten Konzert nach Frankfurt kommen sollten“, berichtet Harald Pieper. Erst auf den „letzten Drücker“ konnte ein Ersatzbus beschafft werden.
Rund 80 Mitglieder zählt der gemeinnützige Verein derzeit. „Wir finanzieren uns aus Mitgliedsbeiträgen, aus einem Zuschuss durch die Stadt und durch Spenden“, erläutert Harald Pieper. Dass der Verein Veranstaltungen in der großen Zahl und Qualität stemmen kann, ist darüber hinaus dem großen ehrenamtlichen Einsatz vieler Mitglieder zu verdanken.
Die Bedeutung des Vereins für Wernes Kulturszene würdigte die Stadt 2013 mit der Verleihung des Kulturpreises.

Gefeiert wird der zehnte Geburtstag am Samstag (17. August) mit einer großen Party ab 16 Uhr an der Flöz-Zollverein-Straße. Die Besucher dürfen sich auf Live-Musik, ein Skulpturenprojekt zum Mitmachen, Lyrik, Kabarett, Kleinkunst und anderes mehr freuen. Mit dabei sind Jens Hoppe und sein Improvisationstheater, die „Kaktusblüten“, der Musiker Thomas Hecking und die Band „Smooth Invaders“. Um 20 Uhr beginnt dann ein Open-Air-Konzert mit den Bands „Unplaces“ und „Esperanska“. Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Der Eintritt ist frei; Spenden sind willkommen. thw

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