Luisa im Bad angekommen

|   Werne

„Ist Luisa hier?“ - Wenn sich Mädchen oder Frauen mit diesem Code an einen Mitarbeiter wenden, weiß der, dass sie Hilfe brauchen. Was bislang vor allem in der Partyszene bekannt war, hat nunmehr auch im Solebad Einzug gefunden.

Damit beteiligt sich nach den Lokalen „Stilvoll“ und „Nachtschicht“ erstmals in Werne auch eine städtische Einrichtung an der Aktion, die 2016 der Frauen-Notruf Münster initiiert hatte. „Wir freuen uns, bei einer so wichtigen Aktion Vorreiter sein zu können“, sagt Bürgermeister Lothar Christ mit Blick auf den Umstand, dass bislang kein Schwimmbad an der Aktion beteiligt ist.
Der Grundgedanke: mit dem Code „Ist Luisa hier?“ signalisieren Betroffene, dass sie sich bedrängt und nicht sicher fühlen, vielleicht sogar sexuell belästigt oder bedroht werden. Die Mitarbeiterin oder auch der Mitarbeiter wissen dann, dass Hilfe benötigt wird. Wichtig dabei: „Wir halten das Angebot so niederschwellig wie möglich“, sagt Karin Gottwald von der Frauen- und Mädchenberatungsstelle Unna, „die Frauen müssen keine weiteren Erklärungen abgeben“. Die Mitarbeiter des Bades werden diskret helfen. Etwa, indem sie die Frau an einen Rückzugsort begleiten, ihr ein Taxi rufen, jemanden verständigen, sie zum Ausgang bringen oder, wenn es die Situation erfordert, die Polizei rufen. „Wie auch immer die Hilfe aussieht - die Frauen bestimmen, was geschieht“, unterstreicht Karin Gottwald. Die Mitarbeiter des Bades und auch die in der Gastronomie seien vorbereitet auf den Umgang mit möglichen brenzligen Situationen, erläutert Carsten Langstein, Kaufmännischer Leiter des Solebades: „Die Aktion passt zu dem Servicegedanken, den wir hier leben“. Bislang habe es - auch im alten Bad - keine Vorfälle von sexuellen Übergriffen gegeben. „Die Aktion ist ein schönes Instrument, um prophylaktisch tätig zu werden“, sagt Carsten Langstein. Was auch Ariane Raichle, Diplom-Pädagogin der Frauenberatungsstelle, unterstreicht: „Wir haben das Solebad nicht gewählt, weil wir es als Problembereich ansehen. Vielmehr sollen Frauen die Gewissheit haben, dass hier ein Ort ist, an dem sie sich sicher fühlen können“.
An Schlüsselstellen wie Eingang, Freibad und den Bademeister-Stützpunkten machen Plakate auf „Luisa“ aufmerksam. Neben akuter Hilfe im Ernstfall nutzt die Frauenberatungsstelle die Kooperation mit dem Bad, um sich und die Aktion mit Informationsmaterial noch bekannter zu machen.
„Wir kennen zwar keine Fälle aus Werne, wir wissen aber, dass die Aktion gut angenommen und im Ernstfall auch genutzt wird“, freut sich Wernes Gleichstellungsbeauftragte Kerstin Hoffmann über die Beteiligung des Solebades. thw
• www.luisa-ist-hier.de

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