Kindern Zeit schenken

|   Werne

Die Geburt eines Kindes ist Anlass zu großer Freude. Ebenso ein Ereignis, das den Alltag von Grund auf verändert. Und manchmal fehlen Möglichkeiten zur Entlastung der Eltern. Hier greift das 2016 entwickelte Konzept der Familienpaten.

„Soziale, familiäre Netzwerke haben sich verändert. Manchmal fehlen Familienangehörige; Großeltern wohnen weiter weg oder sind noch berufstätig. Hier springen die Familienpaten in die Bresche. Das ist ein niederschwelliges Angebot für Familien und Alleinerziehende“, erläutert die Koordinatorin Elisabeth Meßner. Familienpaten sind Ehrenamtliche, die sich in der Regel einmal wöchentlich um die Kinder - zumeist zwischen Geburt und Grundschulalter - kümmern und so Familien entlasten. Zwölf Familienpaten stehen derzeit zur Verfügung, sie begleiten aktuell elf Familien. Weitere Anfragen liegen bereits vor. „Die Nachfrage ist unvermindert groß. Wir können Verstärkung wirklich gut gebrauchen“, sagt Elisabeth Meßner. Das nötige Rüstzeug erhalten die Familienpaten in spe in Schulungen; eine neue beginnt am 1. Oktober. Wer mindestens 18 Jahre alt ist und sich eine solche ehrenamtliche Tätigkeit vorstellen kann, der sollte sich bei der Koordinatorin melden, die Familien und Paten zusammenbringt - und den ersten Kontakt immer begleitet.
Die Freude an ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit war bei allen zu spüren, als am Mittwoch Familienpaten zu einem ihrer regelmäßigen Treffen im Familiennetz zusammenkamen. „Es ist eine sehr erfüllende Tätigkeit. Und es ist auch schön, die Freude des Kindes zu erleben“, sagt beispielsweise Peter Götza. Das bestätigt auch Sarah Meßner: „Man bekommt viel zurück. Und es ist auch eine schöne Erfahrung, die Entwicklung eines Kindes nicht nur miterlebt, sondern vielleicht auch zum Teil mitgestaltet zu haben.“
Was die Paten mit den Kindern unternehmen, das richtet sich nach den Vorstellungen und Wünschen der Kinder - in Absprache mit deren Eltern. Vom Kinderturnen bis zum Eis essen, Spazierengehen, in der Bücherei stöbern und auf dem Spielplatz toben reicht die Palette. „Wir alle sind auch flexibel, helfen gern, wenn mal außerhalb der ‚normalen‘ Zeit Not am Mann ist“, sagt Peter Götza, derzeit der einzige männliche Familienpate. Und was sollte man mitbringen? „Vor allem die Freude am Umgang mit Kindern und Einfühlungsvermögen“, sagt Familienpatin Monika Schmucker.
„Es wird niemand vereinnahmt. Familienpaten schenken Kindern einfach ein bisschen wertvolle Zeit“, sagt die Koordinatorin. thw
• Kontakt:
Elisabeth Meßner,
Familiennetz Werne,
Fürstenhof 27, Tel. 5270-171,
E-Mail: familienpate@werne.de

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