Junge Geflüchtete erbauen Ausstellungen

|   Werne

Kinder konzipieren Ausstellungen, bauen selbst das Mobiliar dafür und verfassen eigene Texte zu den Exponaten. Das beschreibt in Kürze den Inhalt des Museumsprojekts „Geschichte unterwegs“. Das Besondere daran: das Projekt ist für Kinder aus Flüchtlingsfamilien.

Sie kommen aus Afghanistan, dem Irak, aus Syrien, Marocco und Russland. Gemeinsam mit Eltern und Geschwistern haben sie in Werne eine neue Heimat gefunden. Die Elf- bis 14-Jährigen besuchen derzeit die  Marga-Spiegel-Sekundarschule, wo sie unter anderem Deutsch lernen. Im Zuge des Projekts werden die 13 Kinder nun im Museum Exponate auswählen, die ihnen für ihre Ausstellungen interessant erscheinen. „Thematische Vorgaben gibt es nicht. Die Kinder werden sich mit Geschichte befassen - nicht notwendig nur mit der Geschichte Wernes. Und sie werden mit ihren Ausstellungen ihren ganz eigenen Blick darauf werfen, wie sie Geschichte erleben“, sagte Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer, als sie jetzt das Projekt vorstellte. 
In diesen Tagen haben die Kinder damit begonnen, begleitet von ihren Lehrerinnen Jutta Buller und Sabine Hauke das Museum ausgiebig zu erkunden und kennen zu lernen. Und dabei vielleicht schon das erste denkbare Exponat entdeckt. Für Ausstellungsstücke wie alte Dokumente, die weder für Kinderhände geeignet sind noch das Museum verlassen dürfen, lassen sich Faksimiles anfertigen, erläuterte die Museumsleiterin. Am Ende sollen die Ausstellungen außerhalb des Museums gezeigt werden - der Rewe-Markt an der Horne, die Wiehagenschule und das Berufskolleg sind als mögliche Orte ins Auge gefasst.
Für die Exponate bauen die Kinder Holzsäulen mit Plexiglas - dazu hat das Museum den Tischlermeister Hubertus Hols ins Boot geholt, der Ausrüstung, Werkstatt und eigene Arbeitszeit unentgeltlich zur Verfügung stellt. Beim Werkeln hilft auch Herbert Nägeler aus Horst, der unter anderem ein wachsames Auge darauf hat, dass beim Hantieren mit dem Werkzeug nichts schiefgeht. Finanziert wird das auf ein Jahr ausgelegte Projekt „Geschichte unterwegs“ mit Mitteln aus dem Landesprogramm „Komm an NRW“. So kommt Markus Niebuhr ins Spiel, bei der Stadt zuständig für die Betreuung der Flüchtlingsfamilien. „Wir haben hier in Werne gut funktionierende Netzwerke. Solche Projekte helfen, die Flüchtlingsfamilien in diese Netzwerke zu integrieren“, erläutert er. Und: „Die Kinder haben zudem die Möglichkeit, auch ihre eigene Sicht auf die neue Heimat darzustellen“. thw

« Zurück zur Übersicht
Ein Angebot von