Geschichte zum Erleben

|   Werne

Kaum wiederzuerkennen ist momentan der Mittelalterraum im Museum. Er ist leergeräumt, der Teppichboden ist verschwunden. Zum Vorschein kommen alte Bohlen und historische Fliesen aus der Zeit um 1900. Die Arbeiten sind Vorboten einer Neugestaltung, an deren Ende die Wandlung des Mittelalterraumes zum Bürgerraum steht.

„Wir möchten einen Raum, in dem Geschichte nicht nur besichtigt, sondern erlebt werden kann“, erläutert Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer die konzeptionelle Neuausrichtung, „der moderne Museumsbesucher verlangt nach neuen Medien und möchte Bezugspunkte zwischen geschichtlichen Ereignissen und seinem heutigen Leben herstellen. Reines Rezipieren reicht heute nicht mehr“. „Wir haben den Raum vor 40 Jahren konzipiert; jetzt ist Zeit für etwas Neues“, unterstreicht auch die Vorsitzende des Fördervereins und langjährige Museumsleiterin Heidelore Fertig-Möller. Schwerpunkt des Raumes wird die Stadtgeschichte Wernes vom 9. bis zum 19. Jahrhundert bleiben. Allerdings sind nicht mehr alle Exponate gleichzeitig zu sehen - sie werden flexibel eingesetzt und durch moderne Ausstellungsstücke ergänzt. Und darüber hinaus dem Museumsbesucher Möglichkeiten der Interaktion bieten. „Wir brauchen einen Raum, der flexibel ist und das Museum auch zu einem Ort der Begegnung macht“, sagt Bürgermeister Lothar Christ bei der Vorstellung des neuen Konzepts. Wie genau dies umgesetzt wird, steht noch nicht fest. „Dafür holen wir uns einen Profi“, sagt Dr. Constanze Döhrer, die gleichwohl bereits erste Ideen gesammelt hat. „Mobiles Mobiliar, variable Lichtlösungen, leichte Gestaltungselemente. Die historischen Fliesen werden wir erhalten und integrieren“, gibt sie einen ersten Hinweis auf das künftige Aussehen des Raumes, in dem auch Veranstaltungen möglich sein werden.
Mit im Boot für die konzeptionelle Neugestaltung sitzen der Dezernent für Jugend, Bildung und Kultur Alexander Ruhe und der Kommunalbetrieb Werne als Eigentürmer des ehemaligen Homannschen Hauses aus dem Jahr 1691. Die Stadt finanziert die Renovierungsarbeiten. Mit im Boot sitzen aber vor allem zur Finanzierung der Ausgestaltung und Ausstattung der Förderverein und die Sparkassen-Stiftung. Deren Vorsitzender Martin Abdinghoff sprach von einem „hohen fünfstelligen Betrag“, mit dem die Stiftung sich engagiere. „Das Museum hat eine besondere Strahlkraft für Werne. Wir tragen gern dazu bei, es moderner zu machen und damit seine Attraktivität - mithin die Attraktivität der Stadt - zu stärken“, sagte Martin Abdinghoff. Der Förderverein, bei der Vorstellung des Konzeptes mit dem gesamten Vorstand vertreten, stellt zusätzlich 5.000 Euro für neue digitale Angebote zur Verfügung.
„Diese Neugestaltung ist eine Zäsur in der Geschichte des Museums - eingebettet in die Veränderung der Innenstadt, die sich stärker zum Begegnungsraum entwickeln wird“, sagte Lothar Christ. In etwa einem halben Jahr, kündigte Dr. Constanze Döhrer an, werden erste Ergebnisse zu sehen sein.
Wegen der aktuellen Arbeiten bleibt das Museum bis zum 29. Juli geschlossen. thw

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