Die qualifizierte Alternative zur Kita

|   Werne

Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen - das ist oft ein Kraftakt. Ein Kraftakt, der durch eine flexible Betreuungsmöglichkeit aufgefangen werden kann, was Kindertageseinrichtungen naturgemäß nicht leisten können. Hier kommt die Kindertagespflege ins Spiel - nicht als Lückenbüßer, sondern als qualifizierte Alternative zur Kita. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Gut betreut in der Kindertagespflege“ wollen die Tagesmütter in Werne am Samstag (11. Mai) sich und ihre Arbeit bei einem Spiel- und Spaß-Nachmittag am Familiennetz vorstellen.

„Die Kindertagespflege ist neben der Betreuung in einer Kita als anerkannte und bewährte Betreuungsform die zweite wichtige Säule der Betreuung“, erläutert die Koordinatorin Elisabeth Meßner. Der Vorteil dieser insbesondere für Kinder in den ersten drei Lebensjahren gedachten Betreuung liegt in der Flexibilität. Heißt: die Betreuung findet in einer familienähnlichen Situation statt und kann an den individuellen Bedarf der Eltern und des Kindes angepasst werden - unabhängig von Kita-Öffnungszeiten. Und wie läuft das ab? Eine Tagesmutter - Tagesväter sind in der Unterzahl - betreut bis zu fünf Kinder im eigenen Haushalt, im Haushalt der Eltern oder in anderen geeigneten Räumen. Und das in genau der Zeit, in der die Betreuung gebraucht wird. Wenn Eltern bis abends arbeiten, wird auch das Kind bis abends betreut. Dafür zahlen Eltern ihrem Einkommen entsprechend einen Kostenbeitrag nach der Elterngeldtabelle der Stadt Werne.
Für die Eltern enorm wichtig: Tagesmütter sind mitnichten Menschen, die „so nebenbei“ aufs Kind aufpassen. Tagesmütter und -väter durchlaufen eine lange Qualifizierung ebenso wie eine Schulung in Erster Hilfe für Kinder und Säuglinge; sie betreuen die Kinder nicht nur, sondern sind zugleich ein qualifizierter Baustein in der individuellen Förderung des Kindes. Tagesmütter stehen im regelmäßigen Austausch mit den Eltern und auch untereinander. Und sie arbeiten ausschließlich mit der Pflegeerlaubnis durch das Jugendamt.
Insbesondere aber - dies wurde im Vorgespräch mit mehreren Tagesmüttern zu dem Nachmittag am 11. Mai deutlich - verfügen Tagesmütter über das, was keine Qualifizierung schulen kann: über Einfühlungsvermögen und vor allem über Einsatzbereitschaft und Engagement, auch Herzblut genannt. Herzblut, das Tagesmütter, wenn es die individuelle Betreuung erfordert, auch vor einer 50-Stunden-Woche nicht zurückschrecken lässt.
Am 11. Mai nun will sich die Tagespflege von 14.30 bis 17 Uhr am „bunten Haus“, dem Familiennetz am Fürstenhof, den Besuchern vorstellen. Familien können mit den Tageseltern ins Gespräch kommen und das Angebot kennenlernen, während die Kinder spielen oder sich in der Hüpfburg austoben.

Seit dem 1. August 2019 haben Kinder ab Vollendung des ersten bis zur Vollendung des dritten Lebensjahrs einen Anspruch auf frühkindliche Förderung in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege. 81 Kinder aus Werne werden aktuell in der Kindertagespflege in Werne betreut - von insgesamt 24 Kindertagespflegepersonen. Die Kindertagespflege ist ein Angebot des Jugendamtes der Stadt, das Eltern bei der Suche nach der geeigneten Form der Betreuung unterstützt und berät und Tagesmütter und Eltern zusammenbringt. Und auch, in Kooperation mit der Familienbildungsstätte, für die Qualifizierung sorgt. Eine neue beginnt im Herbst. Ansprechpartner für Eltern und Tagespflegepersonen in spe sind Bettina Stilter (Tel. 5270222: familiennetz@werne.de) und Elisabeth Meßner (Tel. 5270171; e.messner@werne.de). thw

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