Bevor das Auto das Pferd ersetzte

|   Werne

Ob der Bauer mit Milch und Eiern, ob der Bäcker mit dem Brot - so lange ist es noch gar nicht her, dass die mit dem Pferdewagen auslieferten. Das möchte jetzt eine Aktion des Museums im Rahmen des Mobilitätsprojekts „Werne up‘ Patt“ in den Fokus rücken.

„Mobil.45“ ist der Name des Ganzen - diesen Namen erklärt Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer: „Uns geht es um Mobilität in den Jahren zwischen 1945 und 1955, also um die ersten Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg“. Eine Zeit also, in der das Auto erst allmählich die Straßen eroberte. Grundgedanke ist der einer mobilen Ausstellung. Gedacht ist, dass drei Kunstkurse des Christophorus-Gymnasiums vom Museum angeschaffte Fahrradanhänger gestalten, mit denen die Ausstellung „up‘ Patt“ gehen kann. Die Anhänger sind gedacht als Transportmittel der Ausstellung - zugleich aber selbst auch Exponate.Und hier kommen die Werner Bürger ins Spiel: sie werden gebeten, ihre Alben nach alten Fotos mit Pferden und Wagen - ob auf der Straße, bei der Arbeit auf dem Feld oder wo auch immer - zu durchforsten. Die Anregung dazu gab der Heimatverein. „Das Pferd als Transport- und Verkehrsmittel kam vielleicht bislang bei dem Mobilitätsprojekt zu kurz“, erläutert dessen zweiter Vorsitzender Joseph Funhoff. So sollen Fotos ein wesentlicher Bestandteil der Ausstellung sein, aber ebenso sind Objekte denkbar. Und auch Kinder- und Bollerwagen beispielsweise dokumentieren Mobilität.
Wie das Ganze umgesetzt werden kann, darüber machen sich bereits die Kunsterzieherinnen Claudia Fährenkemper und Nicole Sommer Gedanken. Und an Ideen fehlt es nicht. „Wir möchten gern auch die Geschichte hinter den Bildern erzählen“, sagt die Fotokünstlerin und Lehrerin, vielleicht lassen sich die Fotos auch an den historischen Schauplätzen nachstellen oder auch an Gebäude projizieren“.
„Mit der Ausstellung möchten wir auch zeigen, was man ohne Auto schaffen kann und wie der Alltag ohne Auto aussah“, sagt Projektleiterin Dr. Katharina Hülscher.
Jetzt sollen erst einmal Fotos gesammelt werden. Die können im Museum abgegeben werden. „Noch lebende Personen auf den Bildern müssen mit einer Veröffentlichung einverstanden sein“, erläutert Dr. Constanze Döhrer. Die Fotos erhalten deren Besitzer selbstverständlich unversehrt zurück. thw

« Zurück zur Übersicht
Ein Angebot von