Ausbildung in Werne: qualifiziert und vielfältig

|   Werne

Der Satz vom Handwerk mit dem goldenen Boden hat offenbar für Jugendliche nur wenig Anziehungskraft. Gerade im Handwerk sind auch in Werne zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt, wie beim traditionellen Azubi-Empfang der CDU-Mittelstandsvereinigung deutlich wurde.

Auch wenn einige Auszubildende wegen einer Erkrankung oder aus betrieblichen Gründen nicht zum Empfang hatten kommen können, so begrüßte die MIT-Vorsitzende Uta Leisentritt gleichwohl im Ratssaal eine große Gruppe junger Menschen mit ihren Ausbildern. Alles in allem berichtete Uta Leisentritt in ihrer Begrüßung von gut 100 bei der IHK gemeldeten Auszubildenden, bei der Handwerkskammer seien  noch einmal rund 70 bekannt. „Mit den Freiberuflern dürften wir auf über 200 Auszubildende in Werne kommen“, sagte die MIT-Vorsitzende. Ein Wermutstropfen: es gebe über 30 unbesetzte Plätze, davon eine Vielzahl im Handwerk. Vielen erscheint offenbar das Handwerk zumindest in einigen Berufsbildern wenig attraktiv. „Dabei hat sich das Handwerk enorm gewandelt. Es geht längst um mehr als nur hauen und hämmern“, sagte Dirk Steinweg  vom gleichnamigen Werner Heizungs- und Sanitärbetrieb, „das Handwerk bietet vielfältigste Berufsbilder mit spannenden und verantwortungsvollen Jobs, bei denen auch viel Kreativität gefragt ist“.
Landesweit seien etwa 40.000 Stellen unbesetzt, berichtete Bürgermeister Lothar Christ in seiner Ansprache. Ein Grund sei, dass der Trend zu höheren Schulabschlüssen gehe. „Darüber hinaus konzentriert sich das Interesse der Jugendlichen auf weniger Berufsbilder“, sagte Lothar Christ. Den Werner Unternehmen, insbesondere auch dem Mittelstand, dankte der Verwaltungschef für die „vorbildliche und hochwertige Ausbildung“. Deren Qualität zeige sich unter anderem darin, dass regelmäßig junge Menschen aus Werne ihre Ausbildung mit herausragenden Prüfungsergebnissen abschließen. Es sei nicht allein Eigeninteresse der Betriebe, Wert auf eine qualifizierte Ausbildung zu legen. „Die Unternehmen in Werne werden damit auch ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht“, sagte Lothar Christ. Den Auszubildenden wünschte er die Motivation und die Energie, mit Freude den angestrebten Beruf zu erlernen.
Beim Interview-Rundgang wurde schließlich einmal mehr deutlich, dass der Weg in den Beruf nicht immer gradlinig verläuft. Wie bei einem jungen Mann, der nach 14 Jahren Paraguay sich dort von seiner Familie verabschiedete, um in Werne eine Ausbildung beim Unternehmen Böcker zu beginnen. thw

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