Aus einer Handvoll Narren gewachsen

|   Werne

Als Gregor Götz sich 1975 im Clownskostüm auf sein vierrädriges Rad setzte und gemeinsam mit Familie und weiteren „Karnevals-Verrückten“ zum ersten Rosenmontagszug in Werne startete, wurde er noch belächelt. Doch diese Handvoll Menschen begründete den Straßenkarneval in Werne, der in diesem Jahr Jubiläum feiert.

„Elf mal vier - das feiern wir“ heißt passend zum närrischen Jubiläum das Motto der Session, die jetzt in ihre heiße Phase geht.
Die wenigen, seinerzeit „exotisch“ anmutenden Narren - die Karlheinz Marckhoff zu ihrem ersten Prinzen kürten - gründeten einen Karnevalsverein, den sie „Interessengemeinschaft Werner Karneval, kurz IWK, nannten. „Entweder waren am Tisch zu viele Beamte oder es wurde kaum Bier getrunken“, sagt der heutige IWK-Präsident Michael Holtmann zu diesem eher unkarnevalistisch klingenden Namen, der indes im Laufe der Jahre zu einem Markenzeichen für guten, lebendigen Straßenkarneval geworden ist. Und der Rosenmontagszug in Werne ist längst gleich hinter Sim-Jü die zweitgrößte Veranstaltung im jährlichen Kalender geworden. Doch Karneval ist nicht allein Rosenmontag. Ob Galasitzung, Kinderkarneval, Weiberfastnacht oder auch Seniorenkarneval - die IWK begeistert Narren von Nah und Fern mit einer bunten Vielfalt an närrischen Veranstaltungen.
Klein angefangen und zu etwas Großem gewachsen - was auf den Werner Karneval zutrifft, gilt gleichermaßen für den Gardetanz in der IWK. „Seit einigen Jahren haben wir durch ein tolles Trainerteam die Jugend immer wieder vergrößert und die Tänze verbessert“, berichtet Michael Holtmann. Dass die Ü 15-Garde bereits mehrere Turniere gewonnen hat und die Jugendgarde im November die Verbandsmeisterschaft des Bundes Ruhr-Karneval ertanzte, spricht für die vorbildliche Arbeit.
Die Geschichte der IWK dokumentiert die Ausstellung, die noch bis zum 5. März im Museum zu sehen ist. „In diesem Zusammenhang möchte ich Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer meinen Dank aussprechen, dass sie uns die Räume zur Verfügung stellt“, sagt der IWK-Präsident, „danken möchte ich zugleich allen, die in diese Ausstellung viel Zeit und Arbeit investiert haben - allen voran Ludger Goers, der als Zeitzeuge noch viel aus den Anfängen zu berichten weiß, und unserem Verdienstordensträger Andreas Bawej“. Zudem sind in vielen Geschäften der Innenstadt Fotos der bisherigen Prinzenpaare zu sehen.
Jetzt biegen die Narren um das aktuelle Prinzenpaar Rainer I. und Renate I. auf die Zielgerade ein.

Am kommenden Donnerstag beginnt um 20.11 Uhr die Weiberfastnachtssitzung im Kolpinghaus. Nachdem die Prinzen mit ihren männlichen Begleitern den Saal verlassen haben, wird die TSV Rheinflotte aus Köln mit ihren tänzerischen Hochleistungen und bestechender Akrobatik das Publikum zum Staunen bringen. Beste Party- und Karnevalsstimmung verspricht der Sänger PAT, der bereits vor einigen Jahren den Frauen eingeheizt hat. Zudem werden die Garde der IWK sowie verschiedene Männerballetts das Publikum begeistern. Außerdem hält der Elferrat, der in diesem Jahr ausschließlich von Frauen der IWK gestellt wird, eine besondere Überraschung bereit. In diesem Jahr ist auch wieder Mia dabei, die von ihrem gestressten Alltag berichten wird. Selbstverständlich werden auch wieder die schönsten und fantasievollsten Kostüme prämiert. Im Anschluss an das Programm, das mit Stevan Alans Bühnenshow endet, kann weiter gefeiert und getanzt werden - dann auch mit den Herren der Schöpfung.
Am Samstag (2. März übernehmen die Narren dann mit dem Rathausschlüssel endgültig die Regentschaft in der Stadt - das bunte Treiben beginnt um 10.30 Uhr auf dem Marktplatz.
Am Sonntag (3. März) gehört ab 15.11 Uhr der Kolpingsaal beim Kinderkarneval ganz dem närrischen Nachwuchs. Um 15.11 Uhr beginnt ein buntes Programm unter anderem mit Gardetanz, einem Zauber-Duett, Gesang von Mitgliedern der Freilichtbühne und anderem mehr. Elferrat - den bilden die Konfi-Kids der evangelischen Kirchengemeinde - und die Kinderprinzen Mike I. und Lilian I. halten eine Überraschung bereit. Ein Luftballonwettbewerb und eine Tombola runden den Nachmittag ab. Karten - Erwachsene 5 Euro, Kinder 1 Euro - sind in der Geschäfststelle des Verkehrsvereins am Roggenmarkt erhältlich.
Einen Tag später erlebt die Session mit dem Rosenmontagszug - Start ist um 14.11 Uhr am Hagen - ihren Höhepunkt. red/thw

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