Aufwühlendes Werk

|   Werne

Zwei Wochen vor Ostern wird in Werne das „Stabat Mater“ op. 58 des tschechischen Komponisten Antonín Dvorák erklingen, ein Werk, das dessen Weltruhm mitbegründet hat.

Der Motettenkreis führt dieses ergreifende Werk zusammen mit dem evangelischen Kirchenchor St. Victor aus Hamm-Herringen auf.
Dvorák befasste sich 1876/77 mit der Vertonung für Soli, Chor und Orchester, um eine deprimierende Lebenssituation zu überwinden. Bereits am 19. Dezember 1875 war seine Tochter Josefa zwei Tage nach ihrer Geburt gestorben. Im August 1877 starben innerhalb weniger Tage sowohl seine elf Monate alte Tochter Ruzena an einer Vergiftung und sein dreijähriger Sohn Otakar an Pocken. Den Schmerz um den Verlust seiner Kinder setzte er in bewundernswerter Weise in einerseits von Trauer geprägter, andererseits durchaus auch zuversichtliche Musik um. Zu seinem Trost suchte er gleichsam die Nähe der Gottesmutter Maria und gestaltete deren tiefe Trauer in sensibelster Weise nach. Auch wenn es sich in dem Gedicht um die Trauer der Maria über ihren gekreuzigten Sohn handelt, wird in der Musik spürbar, dass hier die ganz persönliche Trauer der Eltern über die verlorenen Kinder Grundlage der Komposition ist. Das beeindruckende und aufwühlende Werk ist nur mit viel Einfühlung durch sämtliche Beteiligte, insbesondere auch der Sänger zu meistern. Zu Beginn des Werkes, in dem Maria unter dem Kreuz Jesu zu diesem aufblickt, stehen Gefühle von Schmerz und Hoffnungslosigkeit im Vordergrund. Im weiteren Verlauf keimt aber die Glaubensgewissheit auf, dass das Leiden Jesu die Hoffnung auf die Auferstehung begründet. Das Werk kann deswegen mit zuversichtlichen Dur-Klängen enden.
Als Solosopranistin wird Judith Hoffmann aus Köln auftreten, eine Opern- und Konzertsängerin mit internationalen Erfahrungen, die den hohen Anforderungen ihrer Partie in besonderem Maße gerecht werden kann. Soloaltistin ist Annika van Dyk, eine Lied- und Oratoriensängerin. Konzertreisen führten sie unter anderem nach Portugal, Spanien, Italien, Frankreich und in die Schweiz. Die Tenorpartie wird von Simon Jass, der Bass von Johannes Schwarz interpretiert. Die beiden jungen Sänger bereiten sich auf den Abschluss ihrer Studien an der Musikhochschule Hannover vor und absolvieren bereits jetzt eine rege Konzerttätigkeit in ganz Deutschland. Chor und Solisten werden begleitet von der professionell besetzten „Kamerata Lupia“.
Die Leitung des Konzertes hat Rainer Kamp, gemeinsamer Chorleiter beider Chöre. Das Konzert in Werne beginnt am 6. April um 18 Uhr in der Klosterkirche. Karten zum Preis von 18 Euro (Schüler, Studenten 5 Euro; Abendkasse 20 Euro) sind erhältlich bei Bücher Beckmann, in der Tourist-Info und im Büro der evangelischen Kirchengemeinde.
Das Konzert wird am Sonntag, (7. April) um 17 Uhr in gleicher Besetzung in der St.-Victor-Kirche in Hamm-Herringen wiederholt.

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