Als die Mauer fiel

|   Werne

Zum 30. Mal jährt sich in diesem Jahr mit dem 9. November der Tag, an dem die Mauer, die die Deutschen in Ost und West getrennt hatte, Vergangenheit wurde. Eine Zäsur in der Geschichte, zugleich auch im Leben vieler Menschen. Und die Älteren, die den Mauerfall miterlebt haben, wissen: ein Ereignis voller emotionaler Momente. Eine Ausstellung im Museum will diese Momente noch einmal erlebbar machen. Dafür werden jetzt Bilder, Dokumente, Erinnerungen gesucht.

„Wo wir waren als die Mauer fiel“ heißt der vorläufige Titel dieser Ausstellung. „Dies ist weniger örtlich, als vielmehr inhaltlich gemeint. Uns geht es um die Frage, wo standen wir politisch, gedanklich, emotional“, erläutert Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer, „vielleicht ist jemand nach Berlin gefahren, hat dort denkwürdige Begegnungen gehabt. Vielleicht hat jemand vor der Wende Bücher über die Grenze geschmuggelt oder den Mauerfall hier auf besondere Weise erlebt. Keine Geschichte ist zu klein, um erzählt zu werden“. Neben persönlichen Erinnerungen werden Dokumente gesucht, Fotos, Videos und auch Objekte aus der Zeit der 1989 überwundenen Teilung. Als mögliche Termine für die Eröffnung der Ausstellung bieten sich der 3. Oktober und eben der 9. November an; das Ende ist zunächst auf den 23. Februar des kommenden Jahres festgelegt.
Die Idee zu der Ausstellung kommt aus Kyritz - denn die Mauer war kaum gefallen, da hatten Werne und die brandenburgische Stadt - noch vor der Wiedervereinigung - ihre Städtepartnerschaft besiegelt. „Es gab die Vorgabe des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, westdeutsche Städte sollten sich um Gemeinden aus dem Osten kümmern“, erinnert sich Wilhelm Lülf, damals Wernes Bürgermeister. Persönliche Beziehungen waren es letztlich, die den Ausschlag für Kyritz als Partnerstadt gaben. „Es gab ein sehr gutes Einvernehmen zwischen unseren Städten. Innerhalb weniger Monate hatten wir unsere Partnerschaft perfekt gemacht“, blickt Wilhelm Lülf zurück. Vordringlich, erinnert sich der Altbürgermeister, ging es um Hilfe in der Verwaltung in Kyritz, aber auch in Einrichtungen, die der Versorgung der Bevölkerung dienten - beispielsweise Feuerwehr und Krankenhaus. „Das musste sehr behutsam geschehen. Schnell hatte man sonst den Ruf, ein ‚Besserwessi‘ zu sein“, sagt Wilhelm Lülf. Eingebettet in die Städtpartnerschaft entstand schnell ein enges Miteinander der Heimatvereine in Werne, dessen Vorsitzender Wilhelm Lülf heute ist, und Kyritz.
Die Ausstellung will neben dem Rückblick auf den Mauerfall vor 30 Jahren auch die Gegenwart in den Blick nehmen: wie haben sich die Beziehungen zwischen Deutschen in Ost und West, in Werne und Kyritz entwickelt; was hat sich in den Städten seither getan? „Wir freuen uns auf Rückblicke, auf Kommentare, auf Betrachtungen zur gegenwärtigen Situation“, fasst Dr. Constanze Döhrer zusammen.

Wer ein Objekt - das kann vom Trabi-Modell bis zur Lebensmittel-Verpackung alles ein - oder persönliche Dokumente aus der Zeit der Teilung und des Mauerfalls für die Ausstellung zur Verfügung  stellen kann, der setze sich mit Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer in Verbindung: Tel. 780773; Mail: c.doehrer@werne.de. Wer Fragen zum Aufschreiben seiner Erinnerung hat, kann sich ebenfalls an die Museumsleiterin wenden - auch, um bei Bedarf einen Termin für ein persönliches Gespräch auszumachen. thw

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