Ära ist zu Ende

|   Werne

RWE Generation hat den mit Steinkohle befeuerten Teil von Kombiblock K (genannt K2) des Gersteinwerks in Werne stillgelegt. Am vergangenen Freitag um 12.36 Uhr fuhren Mitarbeiter der Frühschicht die 620-Megawatt-Anlage ein letztes Mal herunter und trennten sie endgültig vom Stromnetz.

Damit endet die mehr als 100-jährige Ära der Steinkohle-Verstromung am Standort Werne, die 1917 mit zwei 10-Megawatt-Turbogeneratoren begann. Seit seiner Inbetriebnahme am 24. Oktober 1984 hat Block K2 knapp 125 Terawattstunden Strom erzeugt. Mit dieser Strommenge könnten alle Haushalte Kölns mehr als 99 Jahre lang sicher mit Strom versorgt werden.
2015 war es RWE Generation durch Einsparungen, die Modernisierung der Leittechnik und verbesserte Prozesse gelungen, dem Kraftwerk eine wirtschaftliche Perspektive über das Jahr 2017 hinaus zu sichern. Doch 2019 erforderliche Investitionen für die turnusmäßige Revision des letzten Steinkohlenblocks ließen einen weiteren wirtschaftlichen Betrieb nicht zu.
Dr. Christoph Schlechter, Leiter des Kraftwerksstandortes Werne, ist wichtig, dass für seine Mitarbeiter gesorgt ist: „Das Betriebsende von Block K2 war lange geplant. Daher konnten wir den Stellenabbau am Gersteinwerk in enger Abstimmung mit den Mitbestimmungsgremien sozialverträglich organisieren. Für die rund 140 betroffenen Mitarbeiter haben wir Stellen in anderen RWE-Bereichen gefunden oder Altersteilzeit-Regelungen getroffen. Allein zum Jahresbeginn sind 13 Mitarbeiter aus Werne an andere RWE-Standorte gewechselt – die meisten davon zum Kraftwerk Ibbenbüren.“
Die Arbeiten zur Trockenlegung und Sicherung der Anlage sowie der Umbau der Kraftwerks-Infrastruktur auf einen Betrieb ohne den Steinkohleblock sind spätestens 2020 abgeschlossen. Nach einer Übergangsphase, in der zahlreiche Mitarbeiter in Altersteilzeit gehen, verbleiben ab 2021 nur noch elf Mitarbeiter am Standort. Strom wird im Gersteinwerk aber weiterhin erzeugt: Die Erdgas-Kombiblöcke F und G sowie die Vorschaltgasturbinen I1 und K1 bleiben bis mindestens Ende 2021 in Betrieb. Insgesamt verfügt das Gersteinwerk damit noch über rund 1.000 Megawatt Erzeugungsleistung.

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