Kämmerer Marco Schulze-Beckinghausen (l.) und Bürgermeister Lothar Christ erläutern den Haushaltsentwurf für 2012. Foto: Thomas Wegener
„Wir haben Investitionen getätigt, um Werne zukunftsfähig zu machen - jetzt aber müssen wir den Gürtel enger schnallen“, kommentierte Bürgermeister Lothar Christ den Haushaltsentwurf 2012, den Kämmerer Marco Schulze-Beckinghausen am Donnerstag in den Rat einbrachte. Gewerbegebiet Wahrbrink West, L 518, Sanierung der Fußgängerzone, Neubau des Schulzentrums - diese Ausgaben werden, sagte der Verwaltungschef, sich langfristig auch finanziell rechnen, schlagen sich gleichwohl im jetzigen Haushalt nieder: Erträgen in Höhe von 56,7 Millionen Euro stehen Ausgaben in Höhe von knapp 63 Millionen gegenüber. Das bedeutet ein Defizit von 6,371 Millionen Euro. Um nicht in die gesetzlich verordnete Haushaltssicherungspflicht abzurutschen, werden die verbliebenen 5,5 Millionen Euro der Ausgleichsrücklage aufgebraucht. Die fehlenden 800.000 Euro werden aus der allgemeinen Rücklage abgedeckt. „Nur dieser sechsstellige Betrag trennt uns von einem verpflichtenden Haushaltssicherungskonzept“, mahnte Kämmerer Marco Schulze-Beckinghausen jetzt zur Sparsamkeit. Maximal 5 Prozent dürfen innerhalb von zwei Jahren der allgemeinen Rücklage entnommen werden - die 800.000 Euro 2012 entsprechen einem Prozentsatz von 2,33. Im kommenden Jahr wird dieser Satz bei 4,5 Prozent liegen, bei einem Plandefizit von 1,6 Millionen Euro.
In der „Konzernbetrachtung“ liegt die Stadt mit dem Defizit des Kommunalbetriebs in Höhe von 3,5 Millionen Euro bei insgesamt 9,5 Millionen.
Auch wenn der Weg beschwerlicher wird - an der „Offensive 2020“, dem strukturell ausgeglichenen Haushalt in acht Jahren, wird die Stadt festhalten. Dafür muss gespart werden. „Von einer ‚Vollbremsung‘ herunter auf einen radikalen Sparkurs aber halten wir nichts“, setzen Lothar Christ und Marco Schulze-Beckinghausen weiter auf ein langfristiges Konzept. An der Schraube für Gebühren und den Steuerhebesätzen werde aber nicht gedreht, versicherten der Kämmerer und der Bürgermeister.
Am 14. März soll nun der Rat den Haushalt beschließen. thw