„Wäen an de Lipp“ am Ortseingang

|   Werne

„Es geht nicht allein um die Pflege der plattdeutschen Mundart, es geht insbesondere auch darum, Heimatverbundenheit zu zeigen“, begründet der Vorsitzende des Werner Heimatvereins Wilhelm Lülf die Initiative für einen Namenszusatz auf den Ortsschildern. „Wäen an de Lipp“ soll dort künftig stehen.

Schon unmittelbar, nachdem im Dezember die NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach mit einem Erlass den Kommunen durch zusätzliche Bezeichnungen - unter anderem solche in plattdeutscher Sprache - bei der Gestaltung von Ortsschildern größere Freiräume gestattete, war der Heimatverein wie berichtet in die Offensive gegangen. Im Nachgang zur Jahreshauptversammlung konkretisierte Wilhelm Lülf jetzt gemeinsam mit seinen Stellvertretern Joseph Funhoff und Heidelore Fertig-Möller das Vorhaben und den weiteren Weg. Der Verein hatte in einem Schreiben an Bürgermeister Lothar Christ einen entsprechenden Antrag an den Rat formuliert, der zunächst am 28. Februar den Hauptausschuss passiert. Die Heimatfreunde hoffen, dass dann in der Sitzung des Rates grünes Licht gegeben wird. Dann wandert der Antrag zur Bezirksregierung und zum Heimatministerium. Dort dürfte der positive Entscheid nur eine Formalie sein. „Schließlich kommt die Anregung ja von oben“, sagt Wilhelm Lülf.
Weil der Namenszusatz durch Klebestreifen auf den Schildern aufgebracht werden kann, sehen die Heimatfreunde keine großen Ausgaben für die Kommune. „An den Kosten dürfte es nicht scheitern“, unterstreicht der Heimatvereins-Vorsitzende.
„Wir alle - allen voran die Mitglieder unseres Arbeitskreises ‚Plattdütsk met us‘ hoffen jetzt, dass der Antrag angenommen und umgesetzt wird“, sagt Wilhelm Lülf. Schon in der Jahreshauptversammlung des 323 Mitglieder starken Vereins hatte das Plenum volle Unterstützung für die Initiative signalisiert.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung hatte der Heimatverein dem Plenum auch sein Jahresprogramm vorgestellt, das einen bemerkenswerten Umfang hat. Nachdem die ersten Termine bereits absolviert sind, folgen im März ein Vortrag über alte Gaststätten in Werne, der Plattdeutsche Abend bei „Mutter Stuff“ und das Frühlingssingen im Museum. Weitere Eckdaten sind eine Fahrt zum Jagdschloss Herdringen mit Spargelessen im Juni, das Singen am Schloss Westerwinkel und eine Exkursion nach Paderborn im August, das Erntedankfest im Oktober und ein Vortrag über Wernes Bergbaugeschichte im November. Das Jahr beschließt die Adventfeiert im Dezember. Flankiert wird das Programm von den regelmäßigen Radtouren „ins Blaue“, von Ganztags-Radtouren, der Teilnahme der Heimatfreunde an Osterfeuer, Stadtprozession und Denkmaltag. Im Detail wird der Verein jede Veranstaltung rechtzeitig ankündigen. thw

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