"Standing ovations" für Martin LutherMontag, 02. Oktober 2017

Mit einem großen Schauspiel würdigten 150 Schauspieler auf dem Kirchplatz das Wirken des Reformators Martin Luther. Foto: Thomas Wegener

Waren am Samstag bei regnerischem Wetter noch einige Plätze leer geblieben, so sah man am sonnigen Sonntag beim Luther-Spiel volle Ränge auf dem Kirchplatz. Ob Regen oder Sonne - die Aufführungen hatten sich am Ende die „standing ovations“ mehr als verdient.

Unter der Regie von Gottfried Forstmann, der auch das Skript verfasst und den älteren Luther gespielt hatte, und Marita Gräve zeigten rund 150 Darsteller mit 75 Sprechrollen das Leben des Reformators nach - vom jungen Luther, gespielt von Marvin Müller, der verzweifelt versucht , die inneren Dämonen zu bekämpfen und sich schließlich entschließt, dem heiteren Studentenleben zu entsagen und Mönch zu werden, bis zum älteren Luther, der schließlich in Wittenberg seine Thesen an die Kirchenpforte schlägt. Ein lebhaftes Spiel, die erkennbare Spielfreude aller und auch die historische Authentizität machten die Aufführungen zu einem Erlebnis, von dem sicher noch lange in Werne gesprochen wird. Zu routinierten Darstellern aus der Freilichtbühne, die auch das technische Equipment stellte, gesellten sich zahlreiche Werner, die ein erstes Mal auf einer Bühne standen - sie reihten sich nahtlos in das Spiel ein. Hier seien insbesondere Pfarrer Alexander Meese als Melanchton und Kantor Dr. Hans-Joachim Wensing als radikaler Reformator Dr. Karlstadt erwähnt, aber auch Dagmar Wensing als Katharina von Bora, die für besinnliche Momente sorgte, aber auch für lustige - etwa, wenn sie einen Freier nach dem anderen unsanft wieder nach Hause schickte. Gleichwohl sorgten aber alle Darsteller dafür, dass das Spiel von Höhepunkt zu Höhepunkt eilte - einer davon sicher war die Szene, als der Prediger Johann Tetzel, gespielt von Torben Erhardt, ähnlich einem Marktschreier seine Ablassbriefe wie eine Ware anpries. Auftritte des Bläserkorps und verschiedener Chöre machten die Nachmittage schließlich endgültig rund. Der von Jubelrufen begleitete Schlussapplaus belohnte die Darsteller ebenso wie die vielen Helfer für eine nahezu zweijährige Arbeit. Ihnen allen sprach Gottfried Forstmann ebenso wie den Sponsoren seinen Dank aus. Am Ende bedankte sich die Schauspielerschar mit einem Präsent bei ihren Regisseuren. thw

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Beitrag von: WaS
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