29-07-10
Brand in der Produktionshalle
VON: THOMAS WEGENER
Zu einem Brand in einer Filteranlage in der Produktions- und Lagerhalle der Firma Böcker an der Lippestraße wurde am Dienstagabend die Feuerwehr gerufen.
 |   Mit schwerem Atemschutz dringen die Männer des Löschzugs I in die Produktionshalle der Firma Böcker ein, wo das Feuer bereits auf den Bürotrakt übergreift. Fotos: Thomas Wegener
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WERNE Unter starker Rauchentwicklung greift das Feuer bereits auf den Bürotrakt über - zwei Personen werden vermisst. Das ist die Situation, als der Löschzug I mit knapp 40 Kräften am Einsatzort eintrifft. Zum Glück ist das Szenario nur eine Übung. Was die Retter beim Eintreffen noch nicht wissen können: Brandgut hat eine Tonne mit Metallspänen in Brand gesetzt, die ein Mitarbeiter zwar mit einem Gabelstapler ins Freie transportiert, dabei aber - von ihm unbemerkt - einen Stahlträger streift, der einen weiteren Mitarbeiter halb unter sich begräbt. Noch gefährlicher wird die Situation dadurch, dass durch ein Leck in der Stickstoffanlage große Mengen des geruchslosen Gases austreten. Der Verletzte ist zum Glück nur ein Dummy - das Szenario ist eine der Übungen, die die Feuerwehr Werne regelmäßig in die großen Betriebe führt. Hauptbrandmeister Heinz Westbomke, Brandmeister Bodo Bernsdorf und Unterbrandmeister Markus Bücker hatten die Übung ausgearbeitet.
Während die Feuerwehrmänner unter schwerem Atemschutz in das Gebäude eindringen, stellt sich heraus, dass die vermissten Personen sich aus eigener Kraft retten konnten. Also konzentrieren sich die Männer darauf, den Brand zu bekämpfen. Als sie den eingeklemmten „Schwerverletzten“ finden, wird dieser ruhig und routiniert, aber zügig aus seiner misslichen Lage befreit und ins Freie gebracht. Der Brand der Metallspäne - ein Löschen mit Wasser verbietet sich hier - wird durch ein spezielles Metallbrandpulver erstickt, die Halle vom Stickstoff befreit und das Feuer in Halle und Bürotrakt gelöscht - um hier keine Schäden zu verursachen, verzichtet die Feuerwehr bei der Übung auf Wasser in der Halle. Nach einer knappen Stunde kann der Einsatz beendet werden.
Bevor die Männer um Wehrführer Thomas Temmann sich im Anschluss an die Übung mit den Örtlichkeiten weiter vertraut machen, wird schon ein kurzes Fazit gezogen. Und das fällt postiv aus - vor allem auch von Axel Kersting, der seinen ersten großen „Einsatz“ erlebt und dabei mit der Einsatzleitung betraut wurde. „Spannend“, hieß Axel Kerstings erster Kommentar, „man muss im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen treffen“. Seinen Kameraden zollte der junge Feuerwehrmann ein Extralob: „Auf alle war wie immer einhundertprozentig Verlass.“
Beeindruckt von den Leistungen der Feuerwehr zeigte sich Firmenchef Robert Böcker. Ihm und seinen Mitarbeitern, insbesondere Bernd Schmelter, sprach die Feuerwehr für die Mitarbeit bei Planung und Durchführung der Übung ihren Dank aus. Deutlich wurde am Dienstagabend: für einen - hoffentlich nie eintretenden - Ernstfall sind die Männer des Löschzugs I gerüstet.
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