23-07-10
Europaparlament tagt in Werne
Flaggen, Gruppen, die sich in fremden Sprachen unterhalten - seit dem gestrigen Samstag ist Werne international.
 |   Die Bilder aus den Partnerstädten haben ihren Weg nach Werne gefunden - für Lothar Christ, Dagmar Reuter, Sven Henning und Gyby Kuschyk beginnt jetzt wirklich die Vorfreude auf die Jugendbegegnung in Werne. Foto: Thomas Wegener
|
Werne Hintergrund ist das an dieser Stelle bereits vorgestellte Projekt MIR - Mitten im Ruhrgebiet - das im Rahmen von Ruhr.2010 Jugendliche aus ganz Europa zusammenführt. In Werne haben vor allem die Kulturhauptstadtbeauftragte Gaby Kuschyk, in der Verwaltung auch zuständig für Städtepartnerschaften, und Jugendpflegerin Dagmar das Projekt in die Jugendbegegnung integriert. Seit gestern sind 80 Besucher - Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren mit jeweils zwei Betreuern - aus Kyritz, Walcz, Bailleul, Poggibonsi und Sisli, einem Stadtteil von Istanbul zu Gast in Werne.
Vor allem drei Projekte sind es, die die Jugendlichen hier in Angriff nehmen - oder bereits in Angriff genommen haben. Erstes Modul ist das Projekt „Sichtweisen“ - 10.000 Fotos haben die Jugendlichen in ihrer jeweiligen Heimat dafür „geknipst“, die jetzt nach dem Prinzip Mosaik zu einem gemeinsamen Ganzen werden. „Der Grundgedanke ist, dass jedes Foto - und damit jeder Jugendliche - ein Teil von Europa ist und alle Fotos vereint als Ganzes Europa ausmachen“, sagt Gaby Kuschyk. Anders gesagt: aus der Nähe erkennt der Betrachter der Collage einzelne Fotos, aus der Ferne Europa.
Das zweite Teilprojekt heißt „Kunst bahnt sich einen Weg durch Europa“ - dazu wurde Leinwände in alle Partnerstädte geschickt und dort bemalt - orientiert an verschiedenen Themen wie „Europa und die Welt“, „Jung und Alt“, „Vergangenheit und Gegenwart“, „Krieg und Frieden“. Vergangene Woche trafen die Bilder in Werne ein. „Dies war durchaus ein Moment, an dem die Vorfreude und auch die Euphorie noch einmal deutlich wuchs“, sagte Bürgermeister Lothar Christ. Alle Bilder werden am kommenden Sonntag im Rahmen eines Interbnationalen Frühschoppens des ICW ab 11 Uhr im Rathaus vorgestellt.
Dritter Baustein ist das Projekt „Jugend regiert“, bei dem Jugendliche - betruet von Sven Henning von der Stadtverwaltung - ein Europaparlament bilden, das zu den Themen „Migration und Integration“ sowie „Städtepartnerschaften“ tagen und Resolutionen verabschieden wird. „Diese werden dann an einen Abgeordneten des Europaparlaments geschickt“, kündigte Dagmar Reuter an.
Untergebracht sind die Jugendlichen in Gastfamilien und in Gemeinschaftsunterkünften. Als „Anlaufstelle“ steht das Martin-Luther-Zentrum zur Verfügung. „Dafür sind wir der evangelischen Kirchengemeinde enorm dankbar“, sagte Gaby Kuschyk. thw