09-07-10
Hoffen auf ein neues Lebenszeichen
War im Frühjahr noch von einem Lebenszeichen Gao Zhisheng berichtet worden, gibt es derzeit keine Nachrichten mehr über sein Schicksal.
 |   Noch vor den Sommerferien machten sich Realschüler noch einmal stark für den chinesischen Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng, der erneut verschollen ist. Foto: Thomas Wegener
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Werne Zur Erinnerung: der chinesische Menschenrechtsanwalt war bereits vor mehreren Jahren bespitzelt, verhaftet gefoltert und schließlich verschleppt worden. Sein Aufenthalt war lange Zeit unbekannt, die Hoffnung Ursula Schwedes, die wie berichtet sein Buch „Chinas Hoffnung“ ins Deutsche übersetzt hatte, Gao könne zu den Olympischen Spielen 2008 in China frei kommen, erfüllte sich nicht. Die frühere Relaschullehrerin hatte an ihrer ehemaligen Schule Schüler auf das Schicksal Gaos aufmerksam gemacht. Im Frühjahr fand ein Projekt seinen ersten Abschluss, bei dem die Schüler rund 300 Unterschriften sammelten, Plakate anfertigten und einen Appell an Staatspräsident Hu Jintao gesandt. Im März schließlich ein Lebenszeichen: Gao hatte sich bei seiner Familie gemeldet. Der ist es inzwischen gelungen, in die Vereinigten Staaten auszuwandern; sie - allen voran die Tochter Gege - leidet bis heute unter den Verfolgungen und der Ungewissheit über Gaos Schicksal. Nach einem Besuch bei seinem Schwiegervater im April verschwand Gao Zhisheng erneut - in seiner Wohnung in Peking ist er nie angekommen. Ein Vertreter von amnesty international erklärte, man fürchte um Zaos Sicherheit.
Grund genug für die Realschüler, noch vor den Sommerferien ihre Plakate erneut hervorzuholen und sich erneut vehement für eine Freilassung des Anwalts, der 2007, 2008 und 2010 für den Friedensnobelpreis nominiert wurde, einzusetzen. „Nach den Ferien werden wir weitermachen“, kündigte Ursula Schwede an - vielleicht gibt es bis dahin auch positive Nachrichten über Gao. thw
• www.gao-zhisheng.de