Bistum sieht Fusion als einzige LösungDienstag, 12. April 2011

Verständnis zeigte Wilfried Renk vom Bistum (l.) für die Bedenken der Herberner gegenüber der Fusion.

Zu einem Gespräch über die Zukunft der Pfarrgemeinde St. Benedikt hatte am Montag die Kirchengemeinde St. Benedikt einen Vertreter des Bistums Münster ins Pfarrheim in Herbern geladen. Wilfried Renk, Leiter der Stabsstelle und Referent des Generalvikars, war angereist, um die Position des Bistums Münster zur Gemeindezusammenlegung darzustellen, aber auch, um Eindrücke aus Herbern mitzunehmen.
Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Doris Wesselmann wies deutlich darauf hin, dass viele Herberner Bürger hinter der Forderung nach größtmöglicher Selbstständigkeit der Kirchengemeinde und der Notwendigkeit eines „Gesichtes vor Ort“ stünden, um eine lebendige Gemeinde zu erhalten.
Mittels einer Darstellung des Istzustandes erläuterte Regina Selhorst vom Kirchenvorstand dem Bistumsvertreter die „Herberner Zahlen und Fakten“. Hierbei wurde neben den doch erkennbar unterschiedlichen Lebensebenen der betroffenen Kirchengemeinden auch auf die räumliche Distanz in einem landlich geprägten Landstrich hingewiesen.
Wilfried Renk zeigte sich sehr offen und verständnisvoll für die Einwände der anwesenden 32 Teilnehmer aus den Gremien der Pfarrgemeinde St. Benedikt sowie der engagierten Mitgliedern der Kirchengemeinde. Ziel sei es, die Gemeindezusammenführung als notwendige Folge der demografischen Gesellschaftsentwicklung und dem mit ihr einhergehenden Rückgang an Kirchenmitgliedern, Kirchenbesuchern, Geistlichen und mittelfristig auch an Finanzimitteln, nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg umzusetzen. Gleichwohl ließ er keinen Zweifel daran, dass das Bistum Münster die Fusion von Kirchengemeinden als einzige Lösung favorisiert. Betroffen hiervon seien in erster Linie die Verwaltung und das Vermögen der drei betroffenen Pfarrgemeinden. Die Vertreter der Kirchengemeinde hingegen hegen nach wie vor große Zweifel an der Richtigkeit dieser Entscheidung, sie favorisieren einen gemeindezentrierten Lösungsansatz. Monika Teigel aus dem Kreis der engagierten Bürger warf die bange Frage auf, ob sich die Kirchengemeinde Herbern bei anhaltend rückgängigen Priesterzahlen künftig in einer „XXL-Pfarrei“ wiederfinden werde, die jetzigen Fusionspläne also nur der Anfang seien. Spielraum sah Wilfried Renk jedoch bei der Ausgestaltung einer künftigen pastoralen Ebene innerhalb einer neuen Pfarrei. Am Anfang des Entwicklungsprozesses sei, so Renk, das Bistum vor dem Hintergrund in der Vergangeheit nicht immer gelungener Gemeindezusammenführungen bereit, auch alternative Denkansätze in ihre Entscheidungsfindung einzubeziehen. Ein solcher Ansatz könne auch die Zusicherung seitens des Bistums sein, einen Priester, Pastoralreferenten oder Diakon der Kirchengemeinde Herbern fest zuzuordnen.
Der Gast aus Münster zeigte sich beeindruckt über die Aktivität der Kirchengemeinde im Umgang mit dem Thema  Gemeindezusammenführung. Besonders hob er die Statements der Herberner Vereine zur Forderung nach einem „Gesicht vor Ort“ auf den Internetseiten des „Arbeitskreises Kirche vor Ort“ (www.pfarrgemeinde-vor-ort.de)  hervor. Der Vertreter des Bistums bedankte sich für den Informationsaustausch und forderte alle Teilnehmer auf, sich weiterhin am Entscheidungsprozess des Bistums Münster durch derartige Gespräche zu beteiligen. Die gemachten Eindrücke seien sehr positiv und werden in eine eigens für den Prozess der Gemeindezusammenführung gebildeten Arbeitsgruppe im Bistum Münster eingebracht, versprach Renk.

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Beitrag von: WaS
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