Am vergangenen Montag begannen am Gersteinwerk die Arbeiten für eine neue rund 4,5 Kilometer lange Erdgas-Anschlussleitung, für die die RWE cirka 13 Millionen Euro investiert.
Mit der Baustelleneinrichtung und dem Abschieben des oberen Bodens starten am Montag die Bauarbeiten der neuen Erdgas-Anschlussleitung für das Gersteinwerk. Nach Abschluss der Arbeiten erhält der Kraftwerksstandort damit einen zusätzlichen Anschluss an die Hochdruck-Erdgasleitung der Open Grid Europe, die von Werne bis nach Schlüchtern in Hessen verläuft. Dadurch wird sichergestellt, dass die Kraftwerksblöcke auch zukünftig ausreichend und wirtschaftlich mit Erdgas versorgt werden können. RWE Power investiert für die 4,5 Kilometer lange Gasleitung rund 13 Millionen Euro.
In den nächsten Wochen folgen der notwendige Erdaushub und die anschließende Verlegung der Pipelinerohre. Die dazu notwendigen Rohre mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern lagern bereits auf dem Kraftwerksgelände und werden von dort per LKW zur Trasse transportiert. Im Zuge der Bauarbeiten müssen einige Straßen und die Autobahn A1 von der Pipeline gequert werden. Dadurch erfolgen in den nächsten Monaten, bis auf die Autobahn, immer wieder Fahrbahnsperrungen. Die A1 wird durch ein besonderes technisches Verfahren, der so genannten Unterpressung gequert, so dass hier keine Sperrung der Fahrspuren notwendig wird.
Vor Beginn der Bauarbeiten wurde das Projekt umfangreich durch die zuständigen Behörden geprüft. Ein wichtiger Aspekt dabei war die Umweltverträglichkeit. So wird nicht nur die Kulturlandschaft der Trasse nach Beendigung aller Arbeiten wieder hergestellt, sondern auch gemeinsam mit dem Kreis Unna zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen auf einer Fläche von rund zwei Hektar durchgeführt. Da während der Arbeiten auch mit archäologischen Funden zu rechnen ist, erfolgt hier eine Baubegleitung durch sachkundige Experten.
Ein wesentliches Thema des Genehmigungsverfahrens war vor allem die Sicherheit der neuen Gasleitung, die durch Experten der Bezirksregierung umfassend geprüft und unter die Lupe genommen wurde. Während der anstehenden Bauphase wird der TÜV das Projekt unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit intensiv begleiten und alle Arbeiten entsprechend prüfen. Aber auch nach der Inbetriebnahme der Leitung erfolgen in regelmäßigen Abständen Prüfungen durch den TÜV, um einen sicheren Betrieb der Erdgasleitung zu gewährleisten.
Nach Fertigstellung der neuen Leitung erhält das Gersteinwerk damit eine Anbindung an das europäische Hochdruck-Gasnetz. Dadurch stellt RWE Power die Gasversorgung am Standort Werne noch breiter auf. Bereits 2009 hat das Unternehmen wie berichtet eine Optimierungsleitung gebaut, um eine ökonomische Brennstoffversorgung zu gewährleisten. Gemeinsam mit der neuen Pipeline können somit die Anforderungen des Strommarktes an einer hochflexiblen und zugleich wirtschaftlichen Stromerzeugung aus Gaskraftwerken auch zukünftig erfüllt werden. Damit ist das Gersteinwerk als Partner für die regenerativen Energien gerüstet. „Unsere Gasblöcke mit einer elektrischen Gesamtleistung von rund 1.300 Megawatt leisten einen wesentlichen Beitrag, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu unterstützen. Unsere Anlagen sind leicht regelbar, können also die Schwankungen zum Beispiel der Windenergie gut ausgleichen“, erläutert Kraftwerksleiter Dr. Ralf Heitmüller.